Firmvorbereitung: Organspende und Transplantation

Firmvorbereitung in der kath. Pfarrgemeinde Rheinstetten: Organspende und Transplantation

Am 12.06.2013 traf ich mich mit 12 Jugendlichen, die im Rahmen ihrer Firmvorbereitung der kath. Gemeinde Rheinstetten mehr zum Thema Organspende und Transplantation erfahren wollten. Das Projekt Organspende/Transplantation ist bereits seit vielen Jahren fester Bestandteil der Firmvorbereitungen in der Pfarrgemeinde St. Martin in Rheinstetten-Forchheim.
Zu Beginn des Abends sind die Jugendlichen meist sehr skeptisch und zurückhaltend, was dieses schwierige Thema betrifft - mit Ausnahme derer, die bereits in den Schulen das Thema Organspende behandelt hatten. Umso mehr erstaunt es mich immer wieder, wie schnell sich die Jugendlichen in diesem Thema zurecht finden. Dabei gibt es bei ihren Gedanken und Fragen keine Tabus.
Völlig offen und kritisch wurde diskutiert, ob man nicht die Forschung zur Organspende von Tierorganen, speziell Schweinenieren forcieren sollte. Oder, wie viele Nieren innerhalb einer Familie von wem an wen und wie oft transplantiert werden können? Grundsätzlich gab es keine ablehnende Haltung gegenüber der Organspende. Nur die Vorstellung der Entnahme von Hornhaut aus den Augen führte zu verzogenen Mundwinkeln. Kein Thema an diesem Abend war der Organspendenskandal, obwohl die Medien bereits das Thema im Fokus hatten.
Zu einem ausführlichen Austausch kam es über die Situation direkt vor einer Organtransplantation. Denkt man als Empfänger an den Spender und deren Angehörige? Welche Rolle spielt der Glaube (Anmerkung: nicht auf den kath. Glauben beschränkt) und Beten in dieser kritischen Situation? Wie gehen Patienten ohne Glauben mit persönlich kritischen Situationen um? Gibt es eine „Beziehung“ zwischen Spender und Empfänger?
Ich kann nur anmerken: auch für mich war es ein sehr, sehr interessanter und belebender Abend. Die offenen Gespräche mit den Jugendlichen bereichern jedes Jahr meine Sichtweise auf Organspende, Transplantation und Glaube. Bleibt nur zu wünschen, dass auch in den kommenden Jahren die Gelegenheit besteht, dieses Projekt im Rahmen der kath. Firmvorbereitung in St. Martin weiterzuführen.

Gebhard Neu